VR Brille – virtuell oder Realität?

Es gibt einen großen Hype um das Thema VR Brillen – oder auch Virtual Reality Brille (eigentlich Glasses, wenn man bei Englisch bleiben will). Ist die VR Brille eher virtuell oder Realität? Ist es nur ein Spielzeug oder doch schon eine High-End-Erfindung, die das Kinofeeling ersetzen kann? Bekommt das Wort “Kopfkino“ eine ganz neue Bedeutung?

Bei vielen Smartphones, wie dem Honor 5X oder dem Galaxy S7, gibt es eine Brille beim Kauf gratis dazu. Ich habe mich gegen ein solches Angebot entschieden und mal geschaut, was es so für Modelle im Netz zu kaufen gibt.

Modelle

Und da fängt es schon an. Es gibt unzählige Hersteller und genauso viele verschiedene Variationen von der virtuellen Brille. Von der eher labil aussehenden und sehr günstigen Papp-Variante bis hin zur sehr klobig, futuristischen Luxusvariante gibt es mehrere hundert verschiedene Modelle. Alle sollen am Ende das gleiche können und Videos, die auf zwei Hälften des Handydisplays angezeigt werden, im 3D Feeling wiedergeben.

Wie ist die Verarbeitung einer solchen Brille und wie funktioniert es für Brillenträger? Kommen Kinder damit klar und finden die eine solche Videowiedergabe toll? Können eigene Videos so erstellt oder aufgenommen werden? Viele Fragen, die ich versuchen will zu klären.

Ich habe mich letztendlich bei Amazon für das Modell “Pasonomi® Google Cardboard 3D VR Virtual Reality Headset 3D VR Brille“ entschieden. Es hatte die besten Bewertungen und sah ansprechend aus. Der Preis von etwas mehr als 35 Euro sagte mir auch zu. Es ist kein Luxusgerät, aber soll das gleiche können, wie die anderen. Ich bin schon ganz aufgeregt und warte gespannt auf die Lieferung.

Videos

Als erstes fragte ich mich, was für Videos damit angeschaut werden können. Nach ein paar Recherchen habe ich bei YouTube einige Filme gefunden. Dokumentationen, Unterhaltung und animierte Filme. Sehr beliebt dabei sind Rollercoaster-Videos und Unterwassermotive. Man muss dabei natürlich schauen, welche Filme für die Brille geeignet sind. Es gibt 360 Grad und 3D Filme für die unterschiedlichen Ausführungen. Für meine Brille benötige ich Videos, die auf dem geteilten Bildschirm zwei Mal das gleiche anzeigen. Dadurch wirkt es dann dreidimensional.

Doch, wie kann man solche Videos selber machen? Gibt es spezielle Programme oder gar Apps dafür? Vielleicht können es ja auch Videobearbeitungsprogramme wie Nero oder MAGIX?

Die Bedienung

google cardboard
VR Google Cardboard

Die Bedienung ist wirklich simpel. Auspacken, Video am Handy starten, Handy einlegen und Brille aufsetzen. Schon kann man in eine virtuelle Welt eintauchen. Es gibt unterschiedliche Videos, die unterschiedliche Bedienungen benötigen. Normale „Doppel-Videos“ werden nur abgespielt und angeschaut. Bei 360 Grad Videos kann der Kopf zusätzlich bewegt werden, um den Blickwinkel zu ändern. Das macht sich auf einem Berg oder zum Beispiel auf dem Oktoberfest sehr gut. Außerdem gibt es Videos mit einem Menü, welches durch Kopfbewegung gesteuert werden kann. Dadurch sind Pausen, Spulen und Anpassungen möglich.

Das Feeling

Das Gefühl ist je nach Video unterschiedlich. Wie gut ist der Film aufgebaut, welche aktiven Möglichkeiten hat der Nutzer? Die Filme, die ich bis jetzt gesehen habe, vermitteln schon recht gut das Feeling der entsprechenden Situation. Dennoch merkt man sehr deutlich, dass es sich dabei nur um einen Film handelt. Die Möglichkeiten sind sehr groß und die Idee noch recht neu. In einigen Jahren werden die Videos sicherlich deutlich realistischer, als es momentan ist.

Apps

Ich habe bis jetzt schon einige Apps gefunden, die mit der Google Cardboard funktionieren. Es gibt verschiedene Apps, welche bewegte Fotos zeigen, die Einstellungen für die Brille anpassen oder einen Kinosaal simulieren.

Die erste App heißt „Cardboard Theater“. Als ich diese App das erste Mal getestet hatte, war sie noch eine Beta. Seit Donnerstag gibt es aber die finale Version, welche sich etwas besser bedienen lässt. Diese App soll eigene Filme für verschiedene VR-Brillen optimieren und mit Kinofeeling wiedergeben. Das Kinofeeling bringt die App ganz gut rüber. Leider schafft es Cardboard Theater nicht, die Videos richtig zu „konvertieren“, um es als Virtual Reality zu bezeichnen. Die App verschiebt die Bilder des Videos nur nebeneinander und passt sie gar nicht oder nur minimal an, um einen 3D-Effekt zu erzeugen. Das ist ein wenig schade, aber schon ein guter Anfang. Weiterhin kann die App auch verschiedene andere 3D-Modi simulieren. Dadurch ist die App sehr gut für mehrere Brillen einsetzbar. Leider können die erstellten Filme nicht gespeichert werden.

Wichtiger ist aber die zweite App. Sie heißt „Cardboard“. Mit dieser App können Einstellungen und Tests mit der Google Cardboard vorgenommen werden. Außerdem gibt es einige App-Vorschläge, welche ich mir auch angeschaut habe.

Da kommen wir gleich zur nächsten App – „Cardboard Camera“. Mit dieser App können eigene Fotos zum Leben erweckt werden. Es wird ein Panoramabild mit der Kamera aufgenommen und beim späteren Ansehen kann man sich dann um den Betrachter herum drehen. Dies ist zum Beispiel günstig für Wohnungsbesichtigungen. Foto machen und später nochmal mit Freunden die Wohnung anschauen. Sehr praktisch. Videos aufzeichnen und diese dann wiedergeben kann die App leider nicht. Dadurch bleiben Leute, die man “filmt“ stehen und können sich nicht bewegen.

Für meine Kinder habe ich die App “DinoTrec VR“ ausprobiert. Meine Kinder stehen voll auf Dinos und ich wollte Sie mal in die virtuelle Welt mit den Giganten schicken. Die App ist ganz gut gemacht, aber der Funktionsumfang ist sehr gering. Es gibt ein Video, welches zu zwei Uhrzeiten spielt – Dämmerung und nachts. Es ist schade, dass man die Dinos nicht auswählen oder gar die Orte wechseln kann. Der Nutzer wird automatisch durch die Welt bewegt und kann sich nur mit dem Kopf drehen. Schön umgesetzt, aber ausbaufähig.

Optik und Haptik

google cardboard
VR Google Cardboard

Die Verpackung machte zwar einen wenig hochwertigen Eindruck, dennoch war ich nach dem Auspacken positiv begeistert. Die Verarbeitung ist nicht billig. Spaltmaße oder lockere Teile sind nicht vorhanden. Die Polsterungen sind weich und angenehm beim Tragen. Bei der von mir ausgesuchten Brille kann man die Abstände der Linsen und den Abstand des Displays zu den Augen einstellen. Dadurch kann das Gerät auch für Brillenträger ideal eingestellt werden. Es ist egal, ob die Filme mit oder ohne Brille geschaut werden. Ich als Brillenträger fand es mit Brille etwas deutlicher. Ein Nachteil der Brille ist, dass sie relativ schwer ist und nach längerem schauen der Nacken deutlich zu spüren ist. Nach einigen Videos musste ich auch feststellen, dass mir ein wenig schlecht wurde. Seekrank! Kommt das von den schnellen Bewegungen? Nein, es kommt daher, dass der Kopf verschiedene Bewegungen beobachtet, aber der Körper davon nichts mitbekommt. Hier sollten diejenigen ein wenig vorsichtig sein, denen es zum Beispiel auf einem Schiff schnell übel wird.

Ich habe meine zwei Kinde (4 und 2) die Brille mal ausprobieren lassen. Sie haben sich ein kurzes Video mit einem Hasen und zwei kleinen Aliens angeschaut. Sie waren sehr begeistert und kamen damit sofort zurecht.

Fazit

Das Fazit fällt dieses Mal sehr gemischt aus. Die Verarbeitung ist klasse und die Funktionen vielseitiger als ich dachte. Ich hätte mir aber mehr Funktionen für eigene, schon vorhandene Videos gewünscht, um diese nochmal dreidimensional sehen zu können. Inwieweit die Technik der anderen und auch teureren VR-Brillen besser ist, kann ich nicht beurteilen. Sollte die Technik in einigen Jahren noch verbessert werden, ist es aber auf jeden Fall eine lohnenswerte Investition.

Habt ihr Erfahrungen mit anderen Brillen? Kennt ihr gut funktionierende Apps? Dann schreibt es in die Kommentare.

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Ein Kommentar zu „VR Brille – virtuell oder Realität?

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