Xiaomi Roborock 2 – der Robo rockt

Der Roborock 2 (auch Roborock Vacuum, S5 oder S55 genannt) ist vor einigen Wochen bei uns eingezogen und reinigt nun regelmäßig unser Haus. Dabei sind einige Dinge aufgefallen die positiv und negativ sind. Ich versuche diese Verhalten ein wenig zu beschreiben um mögliche Fragen von Nutzern beantworten oder auch Hilfestellungen für den Hersteller liefern zu können.

Der Roborock 2 steht bei uns im Wohnzimmer und reinigt überwiegend die untere Etage. Da er leider nicht die Treppen hoch kommt, wird er nur sporadisch oben hingestellt und kann dort reinigen. Im Erdgeschoss reinigt er etwa 42m² in 40 Minuten. Grob überschlagen sind das also 1m² pro Minute. Dabei verbraucht er ungefähr 20% Akku. Wenn man das nun in der Theorie hochrechnet, dann kommt man auf eine Reinigungsleistung pro Akkuladung von etwas mehr als 3 Stunden und 180m². Ob das in der Praxis wirklich funktioniert habe ich noch nicht getestet (kommt vielleicht noch in einem Langzeittest).

Was mir allerdings aufgefallen ist ist, dass der Roborock 2 (fast) immer den gleichen Weg fährt. Wenn er bei seinem Dock (so wird die Ladestation genannt) losfährt, dann fährt er zuerst das Wohnzimmer ab bis zur Grenze zum Esszimmer, danach das Esszimmer mit der Küche und dann in den Flur. Ganz zum Schluss reinigt er unter der Treppe und fährt dann wieder zurück.

Nun kommen wir aber zum eigentlichen Thema in diesem Beitrag. Was funktioniert gut und wo könnte noch ein wenig verbessert werden?

Gut funktioniert …

Fangen wir am Besten mal mit den positiven Dingen vom Roborock 2 an. Was kann er gut, was kann er überhaupt.

… das Saugen

Reinigung Ecken

Natürlich kann der Roborock saugen. Sonst wäre er ja nur ein Spielzeug. Er saugt recht gut, auch wenn nicht immer alles danach glänzt. Positiv überrascht bin ich davon, wie weit der Roborock durch seine seitlich angebrachte Borsten in die Ecken kommt. Klar bleibt ein kleines bisschen Dreck in den Ecken legen – das kann man nun mal nicht verhindern. Der Saugroboter soll ja nur bei der Reinigung unterstützen und diese nicht komplett übernehmen. Da wäre eine Runde Wohnung wirklich sehr praktisch.

Außerdem kommt der Roborock 2 mit Hindernissen sehr gut klar. Egal ob Teppiche, Stühle, Tische, größeres Spielzeug oder auch mal ein Wäscheständer. Der Roborock stößt an die Hindernisse oder wackelt drüber und saugt gemütlich weiter. Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, wäre ich der Meinung gewesen, er würde sich verfangen oder hängen bleiben.

Ein letzter erstaunlicher Punkt ist das mit den Treppen. Leider kann er noch nicht die Treppe hoch oder runter zu saugen, aber immerhin fällt er nicht die Treppe herunter. Beim ersten Mal saugen im Obergeschoss bin ich an der Treppe stehengeblieben und habe aufgepasst, dass der Staubsauger nicht doch den Weg nach unten sucht. Doch auch hier ist der Roborock sehr zuverlässig und macht, was man erwartet.

Mit meinen Kindern habe ich mal einen kleinen Spielzeug-Test gemacht. Sie haben mir verschiedene Legosteine gebracht und wir haben den Roborock losgeschickt diese einzusammeln. Ich war ein wenig erstaunt, wie wenige teile er aufgesammelt hat. Selbst das kleinste Teil wurde erst eingesaugt, als es direkt vor ihm lag. Das größte Teil war der hohe 2er (gelb). Die anderen Teile wurden entweder weg geschoben oder er ist drüber gefahren. Allerdings klang es, als würde er das Haus abreisen wollen. Die Kinder sollten also lieber ihr Spielzeug einsammeln und wegräumen, bevor der Roborock kommt.

… das Wischen

Reinigung

Ein weiteres Feature ist die Wischfunktion. Dazu gab es bei unserem Modell einen Wischmopp und einen kleinen Wassertank (es gibt wohl auch Modelle, bei denen das nicht mitgeliefert wird). Doch beim Wischen muss scheinbar einiges beachtet werden.

Die wichtigste Information ist wahrscheinlich, dass der Roborock mit angeschlossenem Wassertank nicht auf seine Ladestation fahren sollte. Das bedeutet auch, dass man den Staubsauger nicht alleine fahren lassen sollte, wenn der Wassertank dran ist. Das bedeutet, dass ein automatisches Wischen eher seltener möglich ist. Das ist wirklich schade. Hier hätte ich mir die Funktion gewünscht, dass der Roborock nicht zum Dock fährt, sobald der Wassertank montiert ist.

Außerdem gibt es in der App eine Einstellung für den Mopp. Dies wird allerdings nur einmalig gespeichert. Danach wird der Modus wieder auf den vorherigen Wert zurückgesetzt und saugt danach wieder in diesem Modus.

Die Montage vom Wassertank und Mopp ist sehr leicht. Wasser in den Tank füllen, Mopp am Tank befestigen und dann den Wassertank an der Unterseite einschieben. Der Tank rastet ein und ist montiert. Zum Entfernen müssen zwei Halterungen links und rechts reingedrückt werden und der Tank kann abgenommen werden.

… die Ausstattung

Sprachen

Der Roborock wird standardmäßig in englischer Sprache ausgeliefert (außer man hat ein chinesisches Modell, dann ist die Sprache natürlich chinesisch). Die Stimme klingt sehr angenehm und könnte eigentlich beibehalten werden. Wer allerdings ein wenig schmunzeln will, sollte sich unbedingt die anderen in der App verfügbaren Sprachen anhören.

Der Roborock verfügt über 14 verschiedene Sprachen, wovon neun Chinesisch (möglicherweise unterschiedlichen Dialekt) sind. Neben Chinesisch, Englisch und Deutsch gibt es auch noch Italienisch, Französisch und Spanisch. Wir haben die Sprache nun auf Deutsch eingestellt. Diese Stimme ist weiblich (deutsch männlich ist nicht verfügbar) und sehr angenehm anzuhören. Außerdem kann die Lautstärke angepasst werden. Allerdings befindet sich diese Einstellung nicht direkt bei der Sprache, sondern bei den „Vacuum Settings“.

Ein weiteres, kleines Highlight ist, dass man den Roborock auch aus der Ferne steuern kann. Da der Roborock über das heimische WLAN mit einem Server spricht, kann man über die App auch genau verfolgen, wo der Saugroboter sich befindet und was er gemacht hat oder aktuell treibt. Falls spontan Gäste kommen, kann so schnell noch von unterwegs die Reinigung gestartet werden und der Roborock begibt sich auf den Weg.

… die App

Die App ist sehr interessant. Im Android PlayStore ist die App sehr schlecht bewertet – das scheint aber nicht im Roborock zu liegen. Die MiHome App ist für alle Mi Geräte nutzbar. Es kann also das ganze Haus Smart-Home fähig gemacht werden und es ist alles in einer App sichtbar. Für den Roborock funktioniert die App in den meisten Fällen sehr gut.

Hier muss ich gleich positiv erwähnen, dass die App gleichzeitig auf mehreren Smartphones installiert und genutzt werden kann. Somit sieht jeder aus dem Haushalt was der Roborock macht und kann die Reinigung starten. Unter Android 7 und 8 läuft die App recht gut.

Ein cooles Gimmick ist, dass man den Roborock auch manuell steuern kann. Da fühlt man sich als Putzmann (oder Putzfrau) gleich wieder ein wenig wie ein Kind mit einem ferngesteuerten Auto. Er ist zwar nicht so schnell, dafür macht er dabei aber gleich noch sauber. Das ist sehr praktisch, wenn man den Roborock mal an eine Stelle navigieren will, an die er alleine vielleicht nicht so einfach hin kommt (bei uns zum Beispiel unter die flachen Kinderbetten).

Fehler habe ich gefunden bei …

… der Lautstärke

Lautstärke im Modus „Silent“

Am Meisten stört mich wahrscheinlich die Lautstärke vom Roborock. Ich hatte geplant, dass der Saugroboter von Xiaomi abends beim Fernsehen oder in der Nacht fährt und alles reinigt. Das kann ich so leider nicht umsetzen. Selbst wenn der Roboter im Wohnzimmer – im Erdgeschoss – bei geschlossener (Glas-)Tür mit dem Modi „Balanced“ fährt, hört man den Roborock noch in der ersten Etage. Fährt er mit dem Modi „Silent“ im Flur, so können die Kinder nicht einschlafen, da der Roborock wirklich sehr laut ist. Ich habe es auch mal ausprobiert und nebenbei versucht Fernsehen zu schauen – doch das war kaum möglich. Ich musste die Lautstärke vom Fernseher wirklich sehr weit hoch drehen.

Klar soll der Roborock auch alles sauber machen, aber bisher habe ich noch keinen großen Unterschied von den vier Modi bemerkt. Als kleine Hilfe habe ich mal mein Smartphone mit einer Schallpegelmess-App auf dem Roborock mitfahren lassen und die Lautstärke der einzelnen Modi gemessen. Hier ist das Ergebnis:

Modus Lautstärke maximal ca.
Silent 62 db
Balanced 62 db
Turbo 62 db
Max 62 db

Das ist wirklich interessant. Hier scheint es wohl einen Fehler in der App oder im Roborock selber zu geben. Vielleicht wird der gewählte Wert nicht korrekt an den Roborock übergeben. Ich hoffe, dass die Lautstärke mit einem App Update angepasst werden kann, damit der Roborock in der Nacht fahren kann.

Bei diesem Problem bin ich noch in Klärung mit dem Hersteller. Schauen wir mal, was sich hier herausstellt.

… Reinigung fortsetzen

Wenn man eine Teilbereichsreinigung gestartet hat und diese nur kurz unterbrechen möchte, dann ist das einfach nicht möglich. Ein fortsetzen der Reinigung wird nicht angeboten. Das „pausieren“ ist bei einer Teilbereichsreinigung eher ein abbrechen – das was mir bei einer richtigen Reinigung leider fehlt. Dazu gibt es bei den Optimierungen noch einen Punkt.

Hält man also den Roborock 2 bei einer Teilbereichsreinigung an, muss man die Reinigung für den Teilbereich erneut starten um diesen komplett gereinigt zu bekommen.

Auf Nachfrage habe ich erfahren, dass es sich hierbei nicht um einen Fehler handelt. Wird eine Teilbereichsreinigung angehalten, wird diese sofort beendet.

„Sorry to tell you spot cleaning will stop totally and could not continue if you press any button during the cleaning.“

Optimierungsbedarf gibt es bei …

Leider gibt es beim Roborock 2 auch einige Dinge, die nicht optimal sind. Das ein oder andere kann vielleicht durch ein Software-Update behoben werden; andere Dinge sind einfach so wie sie sind.

… der Alarmanlage

Eine zweite Idee war, den Roborock fahren zu lassen während wie auf Arbeit sind. Aber auch da gibt es wieder das nächste Problem. Wir haben in unserem Haus eine Alarmanlage mit Bewegungsmeldern von Olympia – und diese mögen den Roborock so gar nicht. Fährt der Saugroboter während die Alarmanlage aktiviert ist, wird diese nach kurzer Zeit ausgelöst. Auf diversen Seiten habe ich gelesen, dass die Bewegungsmelder nicht auf einen Saugroboter reagieren sollten.

Ich werde mal beim Hersteller der Alarmanlage nachfragen ob sie eine Idee haben, wie ich jetzt damit umgehen kann. So wie es aktuell ist, kann der Robi weder in der Nacht, noch am Tag oder am Abend fahren. Da stellt sich mir die Frage: wann kann er dann fahren?

Ich habe nun auch eine Antwort von meinem Hersteller der Alarmanlage bekommen. Die Bewegungsmelder mögen den neuen Staubsauger so gar nicht. Hier das Zitat:

PIR-Bewegungsmelder reagieren auf Wärmestrahlung. Da sich Ihr Saugroboter bei der Arbeit erwärmt (Akku, Gebläse, Bürstenmotoren), wird er bei der Arbeit als sich bewegende Wärmequelle erkannt. Bei leistungsstarken Saugrobotern dürften auch die meisten „tierimmunen“ Bewegungsmelder unserer Mitbewerber anschlagen, da auch die Abluft in der Regel wärmer als die Raumluft ist und so das sich bewegende Objekt für den Bewegungsmelder größer als ein Kleintier erscheint. Der Bewegungsmelder kann hier nicht zwischen verschiedenen Objekten oder Konturen unterscheiden, sondern sieht nur eine große Wärmequelle, die sich durch das Zimmer bewegt und löst dementsprechend aus.

Somit muss ich wohl den Saugroboter fahren lassen, während die Bewegungsmelder deaktiviert sind. Zum Glück habe ich ja noch die Sicherung der Fenster und Türen. Jetzt brauche ich nur noch eine Idee, wie ich das getrennt realisiere. Die Alternative könnten tierimmune Bewegungsmelder sein.

… den Benachrichtigungen

Roborock 2 Vacuum S55 Benachrichtigungen
Benachrichtigungen

Ein schönes Feature wäre es, wenn man eine Benachrichtigung erhalten würde, sobald der Roborock fertig ist. Aktuell muss ich dafür die App öffnen und schauen, ob der Roborock seine Tätigkeiten erfolgreich erledigt hat. Bisher habe ich den Saugroboter überwiegend manuell gestartet. Da hätte ich mir vorstellen können, dass es dort vielleicht keine Benachrichtigung gibt. Aber auch wenn der Roboter mit einem Timer regelmäßig gestartet wird, gibt es keine Benachrichtigung. Ich habe die App auf drei verschiedenen Geräten installiert. Auf keinem Gerät ist eine Benachrichtigung angekommen. In den App Einstellungen ist die Benachrichtigung allerdings aktiviert. An folgenden Stellen hätte ich eine Benachrichtigung erwartet:

  • wenn etwas passiert ist
    • Tür selber schließen und kommt nicht mehr raus
    • in etwas verfangen (bei Luftschlange weitergemacht)
  • wenn er automatisch gestartet wurde
  • wenn die Reinigung beendet wurde

Vielleicht gibt es ja in einem der zukünftigen Updates dazu noch eine Optimierung.

… der Kompatibilität

Ein wenig schade ist, dass man auf den Roborock Remote nur mit einem Smartphone und der entsprechenden App zugreifen kann. Ein Online-Portal, welches man auch an einem Rechner nutzen könnte, steht für die Xiaomi Geräte aktuell noch nicht zur Verfügung. Sollte es mal größere Probleme mit der App geben (sowas soll vorkommen), dann hat man keine Möglichkeit mehr auf den Roborock Remote zuzugreifen. Zum Glück kann er ja noch manuell gestartet werden.

… dem Remote Control

Remote Control

Ein sehr cooles Feature ist die manuelle Steuerung. Man kann sich auf die Couch setzen und den Roborock dort hin fahren lassen wo man gerne möchte. Leider stockt die Steuerung ein wenig. Entweder sie reagiert gar nicht, oder sie steuert den Roborock ohne dass etwas gedrückt wird. Beides hatte ich schon. Ich weiß nicht genau, ob es an der WLAN-Verbindung liegt. Ich habe drei WLAN Punkte in meinem Haus, damit ich in jeder Ecke eine gute Verbindung habe. Leider konnte ich beim Roborock bisher nur ein WLAN einstellen – ist er zu weit entfernt könnte sich dies auf die Steuerung und Übertragung auswirken.

… dem Abbrechen der Reinigung

Was macht man eigentlich, wenn man die Reinigung in einem Raum abbrechen und in einem zweiten Raum fortsetzen möchte? Ich habe bisher nur eine Option „Pausieren“ gefunden, welche allerdings nach dem „Fortsetzen“ den gleichen Raum wieder erwartet. Wird der Roborock in ein anderes Zimmer gestellt, kommt er dort nur sehr schwer zurecht. Es wäre schön wenn ich die Reinigung abbrechen könnte um sie dann in einem neuen Raum erneut starten zu können.

Als „Workaround“ habe ich den Roborock das Dock suchen lassen – nach wenigen Minuten hat er aufgegeben, weil er es nicht finden konnte. Danach kann die Reinigung problemlos neu gestartet werden. Das ist aber Zeit die verloren geht – welche ja durch einen Saugroboter optimiert werden sollte.

… Veränderungen der Räume

Ein wenig problematisch ist es, wenn sich der bereits gescannte Raum verändert. Dies kann zum Beispiel durch umstellen der Möbel (Stühle oder Gegenstände) geschehen. Auch ist es möglich, dass der Roborock selbst Türen bewegt, wenn diese ungünstig geöffnet sind. Ist dies passiert, wird der Raum nicht erneut gescannt und es kann zu Fehlern kommen. Ein Mal hatte ich den Roborock vom Wohnzimmer in den Flur fahren lassen und danach die Tür geschlossen. Am Ende wollte der Roborock wieder zurück fahren und fuhr immer wieder gegen die Tür. Danach hat er aufgehört zu saugen und zeigte einen Fehler an.

Fazit vom Xiaomi Roborock 2

Der Xiaomi Roborock 2 ist wirklich klasse – wenn er macht was er soll. Er unterstützt die Reinigung und man kann sich währenddessen mit anderen Dingen beschäftigen. Allerdings sehe ich bisher nur wenig Zeitersparnis bei der Nutzung vom Roborock 2. Ich muss viel in der App einstellen, kontrollieren und ihn hin und her tragen damit er alle Räume optimal reinigt. Ich hoffe, dass dies in der nächsten Zeit durch funktionale Anpassungen ein wenig optimiert wird und wir dadurch wirklich Zeit sparen können.

Es gibt aktuell eine neue Version vom Roborock – eine Beta. Wie die sich im Alltag schlägt, werde ich später berichten.

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