Xiaomi Mi Band 3 Alltagstest

Vor einigen Wochen habe ich das Mi Band 3 (Amazon Reflink) erhalten und nutze es nun täglich. Ich hatte mir sehr viel von dem Nachfolger des Mi Band 2 erhofft, doch leider konnte nicht alles erfüllt werden.

Die Sprache ist aktuell noch das größte Manko. Über die Mi Fit App kann die Sprache nicht geändert werden und so bleibt das Band für Nutzer mit deutschen Handys auf Chinesisch. Es gibt allerdings einen kleinen Trick, wie man die Uhr wenigstens auf Englisch bekommt, um problemlos durch die Einstellungen zu kommen. Hierzu muss nur die Sprache vom Smartphone auf Englisch gestellt werden. Nach kurzer Zeit – oder spätestens nach der nächsten Synchronisierung mit der Mi Fit App – stellt sich auch das Band entsprechend auf Englisch. Leider muss die Sprache auf dem Smartphone beibehalten werden, um die Sprache auf der Uhr zu haben. Über diverse angepasste Apps gibt es wohl schon die Möglichkeit die deutsche Sprache einzustellen, doch das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert. Ich warte, dass eines der nächsten Updates von der Mi Fit App die Sprache der Uhr auch für deutsche Smartphones einstellbar macht.

Funktionen

Mi Band 3

Das Mi Band 3 hat im Vergleich zum Mi Band 2 einige Funktionen mehr spendiert bekommen. Neben verschiedenen Anzeigemodi gibt es jetzt noch eine Displaysperre, Wetteranzeige und eine Stoppuhr. Doch nicht nur neue Funktionen sind hinzugekommen, es ist auch eine Funktion weggefallen.

Ein wichtiger Punkt bei der Bedienung vom Mi Band 3 ist zu wissen, wie man verschiedene Optionen startet. Anders als bei den bisherigen Fitnesstrackern und Smartwatches, die ich bisher hatte, muss zum Aktivieren einer Option – wie zum Beispiel dem Scan der Herzfrequenz – lange auf dem unteren Button gedrückt werden. Dazu gibt es eine animierte Anzeige um zu sehen, wann die Option aktiviert wird.

Bekannte Funktionen vom Vorgänger

  • Schritte
  • Kalorien
  • Distanz
  • Benachrichtigungen
  • Wecker

Neue Funktionen

Watchface wechseln

Dem Mi Band 3 wurden in den Einstellungen drei Watchfaces zur Verfügung gestellt. Diese kann man zwar nicht anpassen, doch es ist besser als gar nichts. Mit einem Watchface ist es sogar möglich, gleich auf dem Hauptbildschirm die Schritte zu sehen.

Touchscreen

Eine weitere Neuerung ist der Touchscreen. Die Navigation wird jetzt nicht mehr nur über den Button auf der Uhr durchgeführt, sondern das komplette Display dient dazu. Über den Button – der ja nun keiner mehr ist, sondern nur noch eine Delle auf der Vorderseite – kommt man im Menü immer eine Ebene nach oben oder kann das Display aktivieren. Der Touchscreen selber dient der Navigation. Hoch und runter wischen zeigt die möglichen Optionen der Uhr an. Nach links und rechts wischen navigiert durch die einzelnen Punkte der Optionen.

Aufbau vom Menü

  • Hauptdisplay
  • Schritte > Distanz > Kalorien > Akku
  • Herzfrequenz
  • Wetter heute > Wetter morgen > Wetter übermorgen
  • Benachrichtigungen
  • Mehr > Stoppuhr > Gerät stumm schalten > Gerät finden > Watchface > Über

Warum auch immer die Akkuanzeige bei den Fitnessdaten ist, kann ich leider nicht ganz verstehen. Da es keine Akkuanzeige auf dem Hauptdisplay gibt, wäre es schön gewesen, wenn die Anzeige vom Akku irgendwie schneller auffindbar wäre.

Displaysperre

Ein cooles neues Feature ist die Displaysperre. Bei einem Touchscreen ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, diesen vor ungewollten Berührungen zu schützen. Durch die Displaysperre muss man nun erst vom Button nach oben wischen, um die Uhr zu entsperren. Beim Duschen/Schwimmen bringt die Displaysperre auf jeden Fall etwas. Über die Mi Fit App kann die Sperre aktiviert werden:

  • Mi Fit App öffnen
  • „Profil“ öffnen
  • „Mi Band 3“ öffnen
  • „Band screen lock“ aktivieren

Wetter

Auch das Wetter kann nun auf dem Mi Band angezeigt werden. In der Mi Fit App kann ein fester Standort oder der Standort per GPS aktiviert werden.

  • Mi Fit App öffnen
  • „Profil“ öffnen
  • „Mi Band 3“ öffnen
  • „Weather settings“ öffnen

Dadurch wird in den Optionen für drei Tage das Wetter angezeigt. Bisher habe ich das noch nicht benötigt. Mal schauen, wie oft ich dieses neue Feature noch nutzen werde.

Stoppuhr

Zu einem Fitnesstracker gehört natürlich auch eine Stoppuhr. Damit kann man seine Zeiten vom Training messen und hat alles direkt auf der Uhr verfügbar. Natürlich ist das auch nur eine weitere Spielerei. Aber warum nicht auch eine so kleine Funktion hinzufügen – Kleinigkeiten erfreuen die Nutzer auch.

Gerät stummschalten

Seit einem der letzten Updates (aktuell habe ich die Version V1.3.0.4) gibt es auf der Uhr eine weitere neue Funktion. Es ist nun möglich, das Smartphone direkt über das Mi Band 3 stumm zu schalten und den Ton dann auch wieder zu aktivieren. Wie weiter oben bereits beschrieben gibt es jetzt im letzten Menü „Mehr“ eine neue Option „Gerät stumm schalten“ (engl. „Silent“). Durch ein langes drücken vom Touch-Button wird der Ton auf dem verbundenen Smartphone ein oder ausgeschalten. Vibration gibt es bei dieser Option nicht.

Fehlende Funktionen

Dreh-Geste vom Handgelenk zum navigieren

Doch was ist das? Eine Funktion wurde entfernt?! Oder finde ich sie einfach nicht mehr? Bei dem Mi Band 2 konnte man mit einer Drehung vom Handgelenk durch die einzelnen Optionen auf dem Band navigieren. Auf dem Band 3 ist das nicht mehr möglich. Hier wird nun also immer ein Finger benötigt, um die entsprechenden Werte sehen zu können. Mich persönlich stört es nicht, aber ich hätte die Option möglicherweise einstellbar in der App vorhanden gelassen.

Display

Sichtbarkeit Display bei Sonnenlicht

Beim Display hatte ich die meisten Hoffnungen. Durch die Pebble und die Amazfit Bip bin ich sehr verwöhnt von gut ablesbaren Displays. Auch bei Sonnenschein sind hier die Displays problemlos erkennbar. Doch leider kann da das Mi Band 3 in keiner Weise mithalten. Bei starker Sonneneinstrahlung lässt sich das Display nicht mehr ablesen.

Allerdings muss man sagen, dass das Display etwas heller ist als vom Vorgänger. Im Auto zum Beispiel lässt sich dadurch die Uhrzeit gerade noch erkennen, wogegen das Mi Band 2 nicht mehr ablesbar war.

Für ein nächstes Mi Band sollt Xiaomi vielleicht in Betracht ziehen ein besseres Display zu verwenden. Auch wenn dadurch das Mi Band ein wenig teurer werden würde, würde ich es dennoch kaufen. Auch der Akkulaufzeit würde ein ePaper Display Gutes tun.

Akku

Akkuverbrauch Woche 2
Akkuverbrauch Woche 1

Bei dem Akku bin ich bisher etwas weniger begeistert. Nach der ersten Ladung hat der Akku ziemlich genau eine Woche durchgehalten. Als ich dann die Meldung mit dem niedrigen Akku gesehen habe, war ich ein wenig erstaunt. Dabei nutze ich das Band nicht als Haupt-Armband, sondern nur mit einem zweit-Handy für Benachrichtigungen von Facebook und Twitter.  Nach dem zweiten Mal aufladen sieht es leider auch nicht viel besser aus. Nach einer Woche habe ich keine 20% mehr übrig.

  • erste Ladung: 05.07.2018
  • zweite Ladung: 12.07.2018
  • dritte Ladung: 19.07.2018
  • vierte Ladung: 26.07.2018
  • fünfte Ladung: 03.08.2018

Bei meinen anderen Xiaomi Geräten hält der Akku deutlich länger. Ich hoffe, dass nach dem dritten oder vierten Mal laden der Akku wenigstens zwei Wochen durchhält. Leider denke ich nicht, dass er das machen wird. Hier muss Xiaomi bei einem möglichen Nachfolger auf jeden Fall wieder in Richtung Mi Band 1 oder Mi Band 2 gehen.

Zubehör

Zubehör gibt es soweit ich gesehen habe noch nicht sehr viel. Aber das gab es auch bei dem Vorgänger nicht wirklich. Die Auswahl an Armbändern beschränkt sich hauptsächlich auf Silikon. Hier habe ich mir eins bestellt und warte noch auf die Lieferung.

Eine Folie für das Display habe ich auch bestellt und muss diese auch empfehlen. Nach etwa zwei Wochen Nutzung habe ich bereits einen Kratzer auf dem Display. Ich hoffe, dass die Folie dennoch komplett anliegt und keine Luftblasen durch den Kratzer entstehen. Auch die Folie ist derzeit noch auf dem Weg zu mir.

  • hauptsächlich aus China
  • Versand dauert relativ lange

Durch den langen Versand sollte man die Uhr gleich mit dem entsprechenden Zubehör bestellen.

Fazit

Also optisch und preislich ist das Mi Band 3 wirklich nicht schlecht, doch der Akku ist wirklich enttäuschend. Mit gerade mal einer Woche Akkulaufzeit ist es zwar immer noch besser als diverse Android Smartwatches, doch für einen einfachen Fitnesstracker sollte die Akkulaufzeit doch etwas höher sein. Selbst bei der Amazfit Bip komme ich problemlos auf mehr als zwei Wochen. Vom Funktionsumfang bringt das Mi band 3 aber einiges mit und ist als Fitnesstracker dadurch sehr praktisch und nützlich.

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4 Kommentare zu „Xiaomi Mi Band 3 Alltagstest

  1. Danke für den Test. Da bin ich ja froh, dass ich vom Mi Band 2 direkt zur Amazfit BIP gewechselt bin. Das Display ist einfach der Hammer, je heller die Sonne scheint, um so besser ist die Ablesbarkeit. Die BIP ist somit ideal für Outdoor-Aktivitäten.

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