Xiaomi Amazfit Bip Testbericht

Zur Xiaomi Amazfit Bip habe ich ja bereits einiges geschrieben. Hauptsächlich allerdings für die Watchfaces. Natürlich habe ich die Uhr nicht nur für die Anpassung durch Watchfaces gekauft, sondern auch um die Uhr im Alltag zu tragen und zu testen. Schauen wir mal, ob ich die wichtigsten Funktionen alle anspreche.

Verarbeitung

Was soll ich sagen? Die Xiaomi Amazfit Bip kostet nun mal nur rund 60 Euro. Da kann man nicht unbedingt erwarten, dass die Uhr super stabil und sehr hochwertig wirkt. Die Uhr ist sehr leicht und fühlt sich etwas „billig“ an. Das hat allerdings den Vorteil, dass man die Uhr am Arm kaum merkt. Billig verarbeitet ist die Uhr auch nicht. Größere Spaltmaße sind keine vorhanden und auch die Befestigungen des Armbandes halten problemlos. Ich nutze die Amazfir Bip nun seit einigen Wochen und habe – bis auf der Displayschutzfolie – noch keine Kratzer an der Uhr. Selbst zum Räderwechseln oder bei der Garten- und Hausarbeit bleibt die Uhr dran. Dennoch empfiehlt es sich immer, ein wenig vorsichtig zu sein. Rohe Gewalt wird die Uhr wohl weniger aushalten.

Die Amazfit Bip ist zudem auch noch IP68 Spritzwassergeschützt. Auch wenn man damit laut IP-Zertifizierung nicht baden gehen sollte, hatte ich da bisher noch keine Probleme. Egal ob duschen oder baden – die Uhr hält es aus. Ich war allerdings noch nicht mehrere Stunden am Stück damit unter Wasser. Im Juni gibt es allerdings einen Urlaub, in dem ich das mal ausprobieren kann.

Einrichtung und Synchronisierung

Die Einrichtung war wie gewohnt sehr einfach. Uhr auspacken, einschalten, Mi Fit App installieren, mit dem Smartphone suchen und verbinden. Fertig. Es wurde auch gleich ein Update installiert und A-GPS aktualisiert. Nach wenigen Minuten war die Uhr also einsatzbereit.

In der Mi Fit App muss dann allerdings noch einiges eingestellt werden. Welche App darf benachrichtigen, welche Berechtigung darf erteilt werden und wie soll das Menü strukturiert werden. Hier sollte man sich ein wenig Zeit nehmen und jedes Menü in der App durchgehen. Ich habe mich zum Beispiel gewundert, warum ich zwar Benachrichtigungen für Facebook, WhatsApp und Co. bekommen habe, aber nicht für Anrufe oder SMS. Hier fehlten der Mi Fit App einfach die Berechtigungen auf SMS und Anrufe zugreifen zu können. Wer die Berechtigungen nicht in der App selbst setzen will, kann dies natürlich auch über die Handyeinstellungen und App Einstellungen der Mi Fit App machen.

Die Benachrichtigungen und die Synchronisierung klappt mit der Amazfit Bip wirklich gut. Ein kleines Manko wie auch schon bei der Huawei Watch 2 ist, dass die Benachrichtigungen nur sehr kurz angezeigt werden. Bei der Huawei Watch konnte man einstellen, dass die Benachrichtigungen dauerhaft angezeigt werden. So etwas gibt es bei der Smartwatch von Xiaomi leider nicht. Es gibt allerdings die Möglichkeit über zusätzliche Apps weitere Einstellungen vorzunehmen. Diese Apps habe ich aber aktuell noch nicht ausprobiert.

Funktionen

Tauchtest

Die günstige Smartwatch von Xiaomi bringt recht viele Funktionen mit.

  • Watchfaces können verändert werden
  • Fitness: Puls, Schritte, Distanz, Schlaf, Aktivitäten tracken
  • Datum (ohne Jahr), Uhrzeit im 12h oder 24h Format
  • Grafiken sind möglich in 8 Farben
  • wechselbares universal 20mm Armband
  • automatische Tastensperre
  • Wetter, Kompass, Wecker, Stoppuhr, Timer
  • Benachrichtigungen für (fast) jede App
  • IP68 – duschen und schwimmen möglich

Gesten

Über Gesten kann vom Homescreen aus verschiedenes angezeigt werden. Seit einem der letzten Updates ist sogar eine neue, einstellbare Geste (von links nach rechts) hinzugekommen. Man kann nun in alle Richtungen streichen um die gewünschten Informationen zu bekommen.

  • rechts -> links >> Wetter oder Alipay (einstellbar über die Mi Fit App)
  • oben -> unten >> Status und DND
  • unten -> oben >> Benachrichtigungen
  • links -> rechts >> Einstellungen und Aktivitäten
Xiaomi Amazfit Bip Gesten Bildschirme
Gesten Bildschirme

So viele Funktionen bringen natürlich auch Fehler mit sich. Bisher bin ich allerdings sehr positiv überrascht, dass die Amazfit Bip so flüssig und fehlerfrei läuft. Allerdings habe ich trotzdem ein paar Kleinigkeiten gefunden.

Benachrichtigungen

Benachrichtigungen werden auf der Amazfit Bip zuverlässig angezeigt. Es können für so gut wie alle Apps (ich denke alle, aber vielleicht gibt es Apps bei denen es nicht funktioniert) die Benachrochtigungen eingestellt werden. Entgegen dem Mi Band 1 können unbegrenzte Apps aktiviert werden. Allerdings gibt es auch hier zwei Kleinigkeiten, die – zumindest bei mir – nicht optimal funktionieren.

Anzeigedauer

Die Anzeigedauer der Benachrichtigungen kann über die Mi Fit App nicht eingestellt werden. Eine Nachricht sieht man auf der Uhr nur für etwa fünf Sekunden. Die Benachrichtigung verschwindet dann erstmal wieder vom Display. Der Nutzer kann aber durch das Wischen von unten nach oben die Benachrichtigungen erneut einblenden.

Sonderzeichen

Xiaomi Amazfit Bip Sonderzeichen

Wenn eine Benachrichtigung mit Sonderzeichen angezeigt werden soll, ist dies bei der Amazfit Bip leider nicht möglich. Sonderzeichen werden dann als Kästchen mit Fragezeichen dargestellt. Hintergrund ist, dass die Uhr eher chinesisch oder englisch anzeigen will – bei deutschen Nachrichten das allerdings nicht kann.

Handy entsperren

Xiaomi Amazfit Bip intelligentes Entsperren
intelligentes Entsperren

Cool ist, dass man mit der Uhr das Handy entsperren kann. Zumindest wenn das Handy das auch unterstützt. Allerdings kommt die Einstellung der Mi Fit App nicht wirklich mit den Einstellungen auf dem Handy klar. Wo gibt es diese Einstellung?

  1. Mi Fit App öffnen
  2. Profil öffnen
  3. Gerät „Amazfit Bip“ öffnen
  4. Einstellung „Bildschirm entsperren“ öffnen
  5. „zu den Einstellungen“ öffnen

Ich lande dann in den Sicherheitseinstellungen vom Smartphone. Leider muss ich in die Einstellungen der Bildschirmsperre.

Ist die Einstellung gefunden und die Amazfit Bip zum intelligenten Entsperren eingerichtet, kommt es zu den nächsten Fehlern. In der Mi Fit App steht weiterhin, dass die Uhr nicht für das entsperren eingerichtet ist. Das kommt sicherlich daher, dass er die Einstellung bei den Sicherheitseinstellungen nicht finden kann. Dadurch sieht man leider nicht, ob die Uhr für diese Einstellung aktiviert ist oder nicht.

Doch auch wenn die Funktion eingestellt ist, klappt das Entsperren nicht immer. Gelegentlich muss ich dennoch meinen PIN eingeben, um mein Smartphone zu entsperren. Hier weiß ich leider nicht genau, ob es an der Amazfit Bip oder am honor 6X liegt. Um den Fehler zu beheben reichte es bisher aus, wenn man Bluetooth aus- und wieder eingeschalten hat.

Schlaftracking

Das Schlaftracking verwirrt mich ein wenig. Es gibt Nächte, an denen ist es nahezu identisch mit den Werten von meinem Mi Band. Aber dann gibt es wieder Nächte, in denen ich scheinbar ganz schlecht geschlafen habe – zumindest mit dem linken Arm. Wirklich erschreckend war es in der Nacht zum 1. Mai. Hier hatte ich mit der Amazfit Bip (linker Arm) 8 Minuten Tiefschlaf und mit dem Mi Band (rechter Arm) 1 Stunde und 41 Minuten. Auch am 9. April gab es einen Unterschied beim Tiefschlaf von fast 2 Stunden.

Ich habe bei beiden Geräten eine kontinuierliche Herzfrequenzmessung aktiviert um den Schlaf besser aufzeichnen zu können. Leider scheint das nicht in jedem Fall zu funktionieren. Ich habe auch beide Geräte schon an einem Arm getestet – auch das bringt nur minimal eine Verbesserung.

Schrittzähler

Das jeder Schrittzähler unterschiedlich zählt, ist mir bewusst. Eine Abweichung von ca. 1000 Schritten pro Tag (bzw. pro 10000 Schritte) finde ich noch in Ordnung. Allerdings ist die Abweichung zum Mi Band 1 wirklich sehr groß. Ich habe unter anderem 5000 Schritte Unterschied gehabt an einem Tag. Dabei war es egal, ob ich mit dem Mi Band 10000 oder 15000 Schritte hatte. Um mit der Amazfit Bip auf 10000 Schritte zu kommen, muss man wirklich den ganzen Tag aktiv sein und/oder viel Sport treiben.

Ich habe auch beide Geräte schon an einem Arm getestet – auch das bringt nur minimal eine Verbesserung.

Puls

Herzfrequenzsensor

Bei der Pulsmessung kann man sich jetzt sicherlich streiten und aufregen. Ich bin der Meinung, dass eine Smartwatch oder ein Fitnesstracker zwar die Herzfrequenz messen können sollte, allerdings nicht 100%ig korrekt sein muss. Das ist glaube auch technisch nur schwer möglich. Die Uhr befindet sich auf der Oberseite des Handgelenkes und nicht auf der Unterseite. In dieser Position ist es schon recht schwierig, die korrekten Werte zu erfassen. Bei meinem Test gab es bei der normalen Positionierung der Uhr einen Unterschied von 5 bpm – auf der Unterseite des Handgelenkes waren es nur noch 2 bpm. Für mich dient der Wert als Richtlinie und wenn gleichmäßig „falsche“ Ergebnisse gemessen werden, dann kann auch da eine gute Analyse gemacht werden. Wem allerdings ein korrekter Puls super wichtig ist, sollte von dieser Uhr vielleicht besser die Finger lassen.

Display

Display

Das Display ist wirklich klasse. Verwöhnt von den Pebble Smartwatches war das Display bei jedem Wetter sehr gut ablesbar. Mit der Huawei Watch war das selbst bei der hellsten Einstellung nur bedingt möglich. Mit der Xiaomi Amazfit Bip ist es nun endlich wieder bei der Pebble 2 – nur in Farbe. Das Display lässt sich aus jedem (praktisch sinnvollen) Winkel und auch bei Sonnenschein super gut ablesen. Außerdem unterstützt die Uhr Farben – allerdings nur 8. Alles in allem bin ich mit dem Display super zufrieden.

Akku

Eine konkrete Aussage zum Akku kann man nur schlecht treffen. Je nach Nutzung hält der Akku hält etwas mehr oder etwas weniger. Ich werde die Ausdauer der Bip mal mit meinem Nutzungsverhalten beschreiben.

Akkuverbrauch

Ich habe bei der Uhr so gut wie alles aktiviert, was man aktivieren kann. Sie ist dauerhaft per Bluetooth verbunden, DND ist nie aktiviert und Benachrichtigungen habe ich für fast alle Apps aktiviert. Dazu habe ich in den letzten Wochen sehr viel mit verschiedenen Watchfaces eingespielt, wodurch auch sehr viel Strom gefressen wurde. Ich habe gemerkt, dass ein Watchface mit Wetteranzeige etwas mehr verbraucht als eins ohne.

Trotz der intensiven Nutzung hält der Akku bei mir rund 20 Tage. Nach 18 Tagen hatte ich noch 15% Akku übrig. Damit wäre ich also auch noch eine Weile ausgekommen. Mit 30 oder noch mehr Tagen kann ich zwar aktuell (noch) nicht dienen, dennoch finde ich die Akkulaufzeit der Uhr wirklich sehr gut. Wer eine noch längere Akkulaufzeit benötigt, sollte sich das Mi Band 2 anschauen.

Fazit

Kurz gesagt ist die Xiaomi Amazfit Bip ihr Geld voll und ganz wert. Man bekommt für wenig Geld eine zuverlässige und ausdauernde Smartwatch mit den wichtigsten Funktionen. Wer auf Sprachbefehle mit Google und Beantworten von Nachrichten verzichten kann macht hier sicherlich keinen Fehler. Ein persönliches Highlight für mich ist auf jeden Fall das Display. Wie bei der Pebble kann man hier immer und überall die Uhrzeit gut erkennen.

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2 Kommentare zu „Xiaomi Amazfit Bip Testbericht

  1. Über die App „Amazfit Tools“ kann man (u.a.) sich Textersetzungen erstellen. So werden statt Fragezeichen oder Kästen die Alternativen angezeigt. Ich habe bei mir die Buchstaben ÄÖÜ und ß durch AOU und ss ersetzt. So kann man den Text wesentlich besser lesen.

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