Action Cam – günstige Kamera im Test

Ein Traum seit vielen Jahren von mir ist es, mal eine Action Kamera zu besitzen und damit diverse Aufnahmen zu machen. Als Kind wäre das sicher cool gewesen alles aufzunehmen, während wir durch den Wald getobt sind. Jetzt ist das Leben ein wenig ruhiger, aber dennoch bieten sich immer wieder diverse Möglichkeiten, interessante Filme drehen zu können.
Eine große Leidenschaft von mir ist das Skifahren. Ich stürze mich auch gern die steilsten Hänge runter und habe mehrmals versucht, dies mit einem Foto festzuhalten. Doch dies gelingt einfach nicht. Mit einer Action Cam könnte sich dies hoffentlich ändern. Doch welches Modell sollte man sich zulegen?

Modellauswahl

Action Cam
Action Cam

Bei der Modellauswahl war ich genauso überfordert, wie bei der Auswahl von einem neuen Handy oder Auto. Es gibt in jeder Preisklasse ein Modell und fast alle sind ähnlich. Lohnt es sich mehr auszugeben oder reicht es aus, ein günstiges Modell zu nehmen. Mein Traum war bisher immer eine GoPro zu haben, doch etwa 300 Euro sind mir persönlich für eine Action Cam dann doch zu viel. Man benötigt dann ja auch noch diverses Zubehör für die einzelnen Aktivitäten. Daher habe ich mich für ein deutlich günstigeres Modell und ein großes Zubehörpaket entschieden.

Die Action Kamera

Ich habe mir das Modell SEGURO Action Sport-Kamera bei Amazon bestellt. Mit etwa 55 Euro nicht das günstigste Modell, aber im unteren Preissegment. Als Zubehör habe ich mir ein 53-teiliges Set von Neewer für etwa 28 Euro dazu gekauft.

Technische Daten Kamera

  • Action Cam Ausstattung
    Action Cam Ausstattung

    4k mit 30fps, Full-HD mit 60fps

  • 16 MP Kamera
  • Dual-Monitor, 2″ und 0,66″ LCD
  • 2 Akkus mit je 900 mAh inkl. Ladekabel und Stecker
  • Fernbedienung
  • 170° Weitwinkelobjektiv
  • WLAN
  • diverse Modi, unter anderem Zeitlupe und Zeitraffer
  • diverses Zubehör
  • Abmessungen: ca. 60 x 42 x 30 mm

Mit den technischen Daten liegt die Kamera auf jeden Fall im guten Mittelfeld. Mit 4k-Aufnahmen, Fernbedienung und WLAN ist sie auf jeden Fall gut ausgestattet für gelegentliche Aufnahmen.

Das zusätzliche Zubehör-Set

Das Zubehör-Set ist wirklich überwältigend. Es ist eigentlich alles dabei, was man unterwegs benötigt und es gibt sogar noch zwei Aufbewahrungen dazu. Der Preis ist ein klein wenig hoch, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

  • Zubehör Ausstattung
    Zubehör Ausstattung

    Selfie-Stick

  • Stativ
  • Helmhalterung und Helm-Arm
  • Clip
  • Brustgurt
  • Stirnband
  • Armband
  • Boje
  • Koffer und Säckchen
  • Kamera-Befestigung (zum Beispiel für Spiegelreflexkamera)
  • viele Adapter

Zusätzlich zum ganzen Kamerazubehör wird noch eine Universal-Handyhalterung mitgeliefert, welche zum Beispiel mit dem Stativ oder Selfie-Stick verwendet werden kann. Für mich persönlich war dieses Set auf jeden Fall die richtige Wahl und ich kann es nur jedem empfehlen, der viel mit seiner Action Cam unterwegs ist.

Erster Eindruck

Action Cam Verpackung
Action Cam Verpackung

Der erste Eindruck war recht positiv. Die Kamera wird in einer sehr stabilen Tasche geliefert, in welche das komplette Zubehör rein passt. Die Kamera fasst sich nicht besonders hochwertig an, aber auch nicht wirklich billig. Man merkt schon, dass es ein No-Name Produkt ist, welches aber gut verarbeitet ist. Die Knöpfe haben einen angenehmen Druckpunkt und lassen sich alle einfach drücken. Selbst durch das Gehäuse ist die Benutzung der Knöpfe problemlos möglich*. Das Gehäuse habe ich eine halbe Stunde in ein Wasserbad gelegt und kann bestätigen, dass die Kamera darin auf jeden Fall sehr gut vor Wasser geschützt ist. Auch das Drücken der Knöpfe lässt kein Wasser in das Gehäuse laufen. Das Gehäuse lässt sich danach sehr leicht mit einem Handtuch trocknen.

Beim Zubehör ist eigentlich alles dabei, was man für den Anfang benötigt. Eine Fernbedienung, das Unterwassergehäuse, zwei Akkus und Halter für Helm und Fahrrad. Damit können schon viele Aktivitäten durchgeführt werden. Das Zubehör passt sehr gut und lässt sich problemlos mit der Kamera verbinden**.

* Der Auslöser lässt sich bei meinem Gehäuse zwar drücken, kommt aber nicht weit genug nach unten um die Aufnahme zu starten. Ich habe zwei kleine Filze zwischen Kameraunterseite und Gehäuse geklemmt. Damit ist die Bedienung wieder problemlos möglich. Ich habe auch den Verkäufer kontaktiert und warte noch auf eine Rückmeldung.

** Beim Zubehör war auch ein Clip dabei, mit der die Kamera zum Beispiel an einem Rucksack befestigt werden kann. Leider gibt es keine Möglichkeit die Kamera an dem Clip zu befestigen. Auch hier bin ich momentan im Gespräch mit dem Verkäufer, welcher sich sehr freundlich und schnell versucht um das Problem zu kümmern.

Verwendung

Die Verwendungsmöglichkeiten hatte ich wahrscheinlich ein klein wenig Überschätzt. Mein erster Ausflug mit der Kamera ging in einen Freizeitpark. Ein Video von einer Achterbahnfahrt wäre sicherlich genial gewesen. Doch leider wurde daraus nichts. Bei jeder Achterbahn wurde ich aufgefordert, die Kamera abzulegen. Klar geht die Sicherheit vor, aber eine fest angebrachte Kamera hätte man sicherlich benutzen können. Meine Brille hält nicht mal halb so gut. Aber egal. Beim Wildwasser-Rafting durfte ich die Kamera benutzen und ich kann nicht klagen. Die Aufnahme in Full-HD wurde scharf und klar. Der Ton war trotz Unterwassergehäuse ganz in Ordnung.  Man sollte nur während der Aufnahme nicht die Kameraposition verändern. Die Geräusche sind dann sehr laut im Video zu hören. Teurere Modelle haben zusätzlich noch einen Mikrofonanschluss, wodurch der Ton sicherlich noch ein ganzes Stück besser wird. Dies ist aber nicht möglich, wenn die Kamera im Unterwassergehäuse steckt – welches aber für die meisten Befestigungen als Halterung dient. Beim Inliner-Fahren konnte die Kamera auch ganz gut überzeugen. Als nächstes wird auf jeden Fall Fahrradfahren und natürlich Skifahren ausprobiert. Beim Skifahren habe ich zwar ein wenig Angst die Kamera kaputt zu machen, aber ich gebe mir Mühe, nicht so oft hinzufallen.

Bedienung

Action Cam Frontansicht
Action Cam Frontansicht

Die Bedienung ist sowohl für die Einstellungen als auch für die Aufnahmen etwas gewöhnungsbedürftig. Durch die Einstellungen kann mit Hilfe von drei Tasten navigiert werden. Der Auslöser dient dabei als Bestätigungstaste, die WLAN Taste zum Navigieren nach unten und die Power-Taste zum Navigieren nach rechts. Das bedeutet auch, dass man, wenn man einmal zu viel geklickt hat, wieder eine komplette Runde durchklicken muss. Ein „Zurück“ habe ich bisher noch nicht gefunden. Mit ein wenig Übung ist es aber dennoch möglich, die Einstellungen wie gewünscht anzupassen. Eine vierte Taste hätte der Kamera aber auch nicht geschadet. Dadurch wäre eine Navigation im Menü deutlich angenehmer gewesen.

Action Cam Rückansicht
Action Cam Rückansicht

Bei der Bedienung während einer Aufnahme kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Erst die Kamera einschalten und dann den Auslöser drücken. Soweit funktioniert das auch sehr gut. Nur muss man den Auslöser möglicherweise zwei Mal drücken, da sich zwischen Einschalten und Aufnahme der Monitor ausgeschalten hat. Dieser wird über eine Taste wieder aktiviert. Drückt man also nur einmal den Auslöser kann es passieren, dass das Video nicht aufgenommen wird. Eine Anzeige, ob das Video gestartet ist, sieht man nur in einem der beiden Monitoren. Ich hatte die Kamera mit dem Brustgurt vor dem Körper befestigt. Dadurch war es mir nicht möglich auf das hintere Display zu schauen. Ein Blick auf das vordere Display ist zwar sehr praktisch, aber leider nimmt man dann auch den Kopf für den Moment mit auf. Eine kleine LED auf der Oberseite, wie sie für die WLAN Übertragung vorhanden ist, hätte hier sicherlich einiges einfacher gemacht.

Bei der Bedienung mit der Fernbedienung ist es ähnlich, aber ein wenig praktischer. Die Tasten auf der Fernbedienung aktivieren das Display und starten dann die Aufnahmen. Es ist sehr praktisch, eine Fernbedienung zu haben um nicht immer direkt an der Kamera drücken zu müssen. Die Tasten lassen sich sehr leicht drücken und sind gut erreichbar. Nur das Armband könnte ein wenig besser halten.

Eine scheinbar schlechte Eigenschaft der Kamera ist, dass sich die Uhrzeit bei jedem Akkuwechsel wieder zurücksetzt. Wenn man sich also das Datum und die Uhrzeit im Video anzeigen lässt, sollte man nach einem Akkuwechsel dringen daran denken, die Uhrzeit neu zu stellen. Eine kleine Batterie in der Kamera hätte hier sicherlich die Einstellung speichern können.

Beispiele

Für Videos ist die Kamera ein bisschen besser geeignet, als für Fotos. Bei den Fotos sind Landschaftsaufnahmen deutlich schärfer, als Nahaufnahmen oder Fotos im Innenbereich. Selbst Fotos direkt gegen die Sonne sind recht gut erkenntbar.

Fazit

Zubehör Verpackung
Zubehör Verpackung

Ich habe zwar momentan noch keinen Vergleich mit einer hochwertigeren Action Kamera, aber ich muss sagen, dass ich den Kauf bis jetzt nicht bereue. Die Kamera macht was sie soll und die Videos kann man sich auch anschauen. Der Ton ist nicht der Beste, aber man kann verstehen, was erzählt wird. Kauft man sich zusätzlich noch ein Zubehör-Set, kann die Kamera fast überall eingesetzt und gut befestigt werden. Für den Preis von insgesamt nicht mal 85 Euro hat man hier auf jeden Fall ein sehr gutes Set für viele Anwendungsmöglichkeiten.

Ich werde die Kamera bei so vielen Aktivitäten wie möglich mitnehmen und genau testen, für was die Action Cam geeignet ist und bei welchen Aktivitäten die kompakte Kamera vielleicht an ihre Grenzen kommt.

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3 Kommentare zu „Action Cam – günstige Kamera im Test

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